Stand der Aktivitäten zu den Regelwerken zum Luftfahrtpersonal

Arbeitsgruppe Luftfahrtpersonal des DAeC

Dezember 2006

 

Das Luftfahrtpersonal in Deutschland unterliegt zur Zeit noch der nationalen Luftfahrtgesetzgebung. Seit 2003 gehen in die deutsche Gesetzgebung zum Luftfahrtpersonal die Richtlinien der JAA ein. In Zukunft soll die Kompetenz zur Lizensierung auf den Europäischen Gesetzgeber übergehen. Als zentrale europäische Behörde in diesem Zusammenhang fungiert die EASA.

Zur Zeit sind noch letzte Änderungen der nationalen Regelwerke LuftVZO, LuftPersV und JAR-FCL deutsch in Vorbereitung bevor die Europäische Gesetzgebung greift. Parallel werden zur Zeit die Europäischen Regelwerke zum Luftfahrtpersonal durch die EASA und ihre beratenden Gremien entwickelt. Im folgenden sind die augenblicklichen europäischen und nationalen Aktivitäten zusammengestellt.

Außen vor bleiben sollte in dieser Betrachtung das ebenfalls wichtige Thema der Sicherheitsüberprüfungen nach Luftsicherheitsgesetz, da es sich hier mehr um ein Thema politischer Natur handelt, was allerdings Luftfahrt übergreifend ist.

EASA

Die Änderungsverordnung COM(2005)579 zur Verordnung 1592/2002 zur Ausdehnung der Aufgaben der EASA auf die Bereiche Lizensierung und Flugbetrieb liegt seit November 2005 dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament zur Abstimmung vor. Eine erste Lesung im Europäischen Parlament ist für den 13.3.2007 geplant.

 

Im Rulemaking Directorate der EASA werden zur Zeit Stellen für die Bereiche  Flightstandards, Operations und Flight Crew Licensing besetzt.

 

Arbeitsgruppe FCL.001

Sie wurde im Juli 2006 in Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist es die Regeln zur Implementierung der Grundsatzregelungen aus COM(2005)579 zur Pilotenlizensierung zu entwickeln. Hier geht es im Einzelnen um:

Mitglieder der Arbeitsgruppe sind überwiegend Vertreter der nationalen Luftfahrtbehörden aber auch Vertreter aus Verbänden z.B. EAS. Der ihr vorgegebene Zeitplan sieht zur Zeit vor, im September 2007 einen Entwurf (NPA) des Regelwerks zur Stellungnahme zu veröffentlichen. Mit einer Inkrafttretung dieses Regelwerkes und damit der Einführung der Lizensierung durch die EASA ist frühestens 2008 zu rechnen.

 

Arbeitsgruppe MDM-032

Am 16.3.2006 hat die Arbeitsgruppe MDM 032 ihre Arbeit aufgenommen.

Ihre Aufgabe ist es die Regelungen zu finden für den privaten Luftverkehr auf nicht komplexen Luftfahrzeugen in den Bereichen Musterzulassungen, Instandhaltung, Pilotenlizenzwesen und Flugbetrieb. Sie arbeitet der Arbeitsgruppe FCL.001 zu. Die Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus Vertretern der EASA, EAS, IAOPA, ECOGAS (Industrieverband) und einigen nationalen Luftfahrtbehörden.

 

Ein erstes Ergebnis der Arbeitsgruppe MDM-032 war das A-NPA 14-2006. Hier werden einige Konzepte zur Regelung im Bereich nicht komplexer Luftfahreuge im privaten Luftverkehr entwickelt und Meinungen hierzu abgefragt. Es sind 7 Fragen. Sie betreffen die Zulassung von Beaftrageten für Zulassungen, Zulassung und Wartung von diesen Luftfahreugen, Flugbetrieb und Lizensierung in diesem Bereich. Am 16.10.06 lief die Kommentierungszeit ab. Die Kommentare werden zur Zeit ausgewertet. Mit einem Ergebnis der Auswertung der 4400 Kommentare ist erst im laufe des jahres 2007 zu rechnen.

Verbände

Aktivitäten der Europe Air Sports (EAS)

 

Die EAS ist in den Beratungsgremien der EASA (Safety Standards Consultative Committee (SSCC), MDM 032, FCL.001) vertreten.

Die EAS schlägt vor, anstatt dem Namen „Recreational Private Pilot License“ den Begriff „European Private Pilot License“ zu verwenden.

 

Aktivitäten der European Gliding Union (EGU)

 

Die EGU hat in ihrem Vorschlag vom April 2006 „How to (De)-Regulte Gliding in Europe“ relativ detailierte Anforderungen an eine Eropäische Segelfluglizenz zusammengestellt. Ein Entwurf für die Implementierungsregeln wird zur Zeit in den Arbeitsgruppen der EGU beraten.

Bei Segelflugthemen werden in der Regel Experten der EGU von EAS für die Arbeitsgruppen der EASA nominiert.

 

 

DAeC

 

Der DAeC ist eng in die Erarbeitung der nationalen Regelwerke eingebunden. Er wirkt zusammen mit den den Europäischen Verbänden EAS und EGU. Mitglieder des DAeC sind im Auftrag der EAS in Arbeitsgruppen der EASA tätig. Unter Leitung von Detlev Graupner erarbeitet eine Arbeitsgruppe Luftfahrtpersonal Stellungnahmen und Vorschläge zu den Regelwerken, die das Luftfahrtpersonal betreffen. Diese Arbeitsgruppe arbeitet eng zusammen mit dem Arbeitskreis Motorflug unter Leitung Theo Dornemann sowie dem Fachausschuss Ausbildung unter Leitung von Heinz Löffler.

 

JAA

Mit der Erweiterung der EASA Kompetenzen auf Flugbetrieb und Lizensierung wird die EASA die Aufgaben der JAA übernehmen. Für einige Arbeitsfelder der JAA, die nicht von der EASA abgedeckt werden, wird es ab 1.1.2007 noch ein kleines JAA-Büro in Köln geben..

 

Am 1.8.06 wurde die 6. Fassung der JAR-FCL 1 von der JAA herausgegeben. Allerdings sind die letzten 5 Änderungen der JAR-FCL 1 noch nicht in die JAR-FCL deutsch übernommen worden. Diese Änderungen werden in Deutschland wohl erst mit der Einführung der EASA Lizenzen in Kraft treten.

 

Das Licensing Sectorial Team der JAA hat entschieden, die geforderten Ausbildungsstunden für die Verlängerung der Lehrberechtigung auf 50 Stunden im Verlängerungszeitraum davon 15 im letzten Jahr vor Ablauf zu reduzieren. Die Nationalen Gesetzgebung kann dies ab sofort übernehmen da es zunächst als langfristige Ausnahme anerkannt ist bevor es im normalen Verfahren in das JAR-FCL Regelwerk übernommen wird. Jetzt liegt es an unserer Luftfahrtbehörde dies Erleichterung in Kraft zu setzen. Dies geschieht voraussichtlich im Zuge der 3. Änderungsverordnung zur LuftVZO/LuftPersV s.u.

 

Eines der letzten Aktivitätet der JAA war wohl auch die Einarbeitung der von der ICAO definierten Multi Pilot Lizenz MPL(A)  in das JAR-FCL Regelwerk (NPA-FCL 31).

 

BMVBS-LS17/LBA

Vertreter des BMVBS bzw des LBA wirken bei der EASA mit zum einen über die „Advisory Group National Authorities“ (AGNA) als auch im Bereich Pilotenlizensierung direkt in der oben genannten Arbeitsgruppe FCL.001.

 

Am 26.3.2006 ist die 2. DV LuftPersV in Kraft getreten. Sie enthält die Richtlinien zur Ausbildung und Prüfung der in der LuftPersV geregelten Lizenzen und Berechtigungen.

 

Da sich jetzt doch abzeichnet, dass die Lizensierung durch die EASA noch einige Zeit dauern wird, hat sich die Deutsche Luftfahrtbehörde entschieden, das nationale Regelwerk zur Lizensierung noch weiter zu entwickeln. Dies soll gestaffelt durch zwei Änderungsverordnungen zur LuftVZO und LuftPersV erfolgen.

 

2. Änderungsverordnung zur LuftVZO/LuftPersV

Diese Änderungsverordnung ist schon seit über einem Jahr in Vorbereitung. Nachdem der Entwurf im Dezember 2006  noch einmal den Landesluftfahrtbehörden zur Stellungnahme vorliegt soll er im März 2007 dem Bundesrat zur Abstimmung vorgelegt werden. Vorgesehene Änderungen des aktuellen Entwurfs sind u.a.:

 

3. Änderungsverordnung zur LuftVZO/LuftPersV

An einem ersten Entwurf zu dieser Änderungsverordnung ist in Vorbereitung. Hier sind Änderungen unter anderem in folgenden Bereichen in Diskussion:

Dieser Entwurf wird voraussichtlich im Frühjahr 2007 den Landesluftfahrtbehörden und den Verbänden zur Stellungnahme vorgelegt werden.

 

Es gibt also weiterhin viel Bewegung im Bereich Luftfahrtpersonal und nur durch aktive Mitarbeit können wir erreichen, dass die Bedürfnisse der privaten Luftfahrt und des Luftsports ausreichend berücksichtigt werden

 

Wir planen, diesen Bericht regelmäßig zu aktualisieren

Frank-Peter Schmidt-Lademann

Im Namen der Arbeitsgruppe Luftfahrtpersonal