Neu Möglichkeiten für die Vereinsausbildung


Obwohl die neue LuftPersV in Verbindung mit der JAR-FCL zunächst complex erscheint, bietet sie doch viele neue Möglichkeiten für die Ausbildung in den Vereinen. Dies insbesondere dadurch, daß der Motorsegler (TMG) gerade in der JAR-FCL die gleich Rolle spielt, wie das Motorflugzeug (SEP). So ist er gleichwertig bei der Verlängerung d.h. mit Flügen auf dem Motorsegler kann sowohl die  Klassenberechtigung TMG als auch die Klassenberechtigung SEP  verlängert werden (JAR-FCL 1.245). Vor allem aber auch kann auf ihm zum vollwertigen PPL(A) gemäß JAR-FCL ausgebildet werden (Anhang 1 zu JAR-FCL 1.125).


Anhang 1 zu JAR-FCL 1.125
AUSBILDUNGSFLUGZEUGE
4  Es müssen ein oder mehrere Ausbildungsflugzeuge zur Verfügung stehen, die für die entsprechende Ausbildung geeignet sind und deren Ausrüstung und Instandhaltung gemäß JAR-FCL 1 deutsch Abschnitt C den entsprechenden JAR-Standards erfolgt. Mit der Ausbildung auf Flugzeugen, die über ein von einem JAA-Mitgliedstaat erteiltes oder akzeptiertes Lufttüchtigkeitszeugnis verfügen, kann der Bewerber zusammen mit der Lizenz eine Klassenberechtigung für einmotorige Flugzeuge mit Kolbentriebwerk erwerben. Mit der Ausbildung auf Reisemotorseglern, die nach den Bestimmungen von JAR-22 als Muster zugelassen sind, kann der Bewerber zusammen mit der Lizenz eine Klassenberechtigung für Reisemotorsegler erwerben. Jedes Flugzeug muss mit einem Doppelsteuer ausgerüstet sein. Schwenkbare Steuer sind nicht zulässig. Je nach Art der Ausbildung müssen ein oder mehrere Flugzeuge zur Verfügung stehen, mit dem oder denen das Überziehverhalten und Vermeiden von Trudeln vorgeführt werden kann sowie ein oder mehrere Flugzeuge, die für die Simulation von Instrumentenflug-Wetterbedingungen in geeigneter Weise ausgerüstet sind. Es dürfen nur Flugzeuge für die Ausbildung eingesetzt werden, die von der zuständigen Stelle für diesen Zweck genehmigt worden sind.

Hinzu kommt die vereinfachte Registrierung als Ausbildungsbetrieb. Ich gehe davon aus, daß die Landesverbände diesen neuen Möglichkeiten in der jeweiligen Globalen Ausbildungsgenehmigung Rechnung tragen werden. Die schon länger praktiziert CVFR Ausbildung auf Motorseglern war ja schon ein erster Schritt zu einer vollwertigen Ausbildung auf dem Stand von Motorfluglizenzen in den Segelflugvereinen, der schon in vielen Vereinen wahrgenommen wurde. Diese Vereine sollten damit schon jetzt alle Voraussetzungen erfüllen, um eine Ausbildung zum PPL(A) anbieten zu können.



Die größte Herausforderung bei der Wahrnehmung dieser Möglichkeiten wird es sein, qualifizierte Fluglehrer in den Vereinen heranzubilden, da die Anforderungen für die Erlangung der JAR-FCL Lehrberechtigung relativ hoch sind. Hier wiederum sind die Landesverbände gefordert , entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Anfangs sollte das Problem jedoch noch nicht so gravierend sein, da es für bestehende Lehrberechtigungen relativ leicht ist, die JAR-FCL Lehrberechtigung erteilt zu bekommen. Diese Möglichkeit sollte daher von den Fluglehrern wahrgenommen werden. Hierbei sollte man sich auch nicht von den Verlängerungsbedingungen abschrecken lassen, da auch hier die Verbände zusammen mit den Luftfahrtbehörden sicherlich dafür Sorge tragen werden, daß genügend Möglichkeiten angeboten werden, etwa die Überprüfungsflüge ohne zu großen Aufwand absolvieren zu können.

Auf jeden Fall bietet sich hier die Chance, preiswerte Ausbildung bis hin zur Motorfluglizenz anzubieten, den Motorflug homogener in den Vereinsbetrieb zu integrieren und breitflächiger die gesammte Ausbildungspallette vom Segelflug über den UL bis hin zum Motorflug anzubieten. Hinzu kommt ja, daß auf vielen Fluggeländen die Motorseglerausbildung genehmigt ist, wo an eine Ausbildung auf Motorflugzeugen nie zu denken wäre. Durch dieses erweiterte Angebot ist zu hoffen, daß mehr Piloten in Vereinen gebunden werden. Dies dient der Sicherheit der Piloten, da durch die intensive Kommunikationsstruktur in Vereinen sich eine ständige Weiterbildung der Piloten ganz von selbst ergibt und der ständige Erfahrungsaustausch unliebsame eigene Erfahrungen vermeiden hilft. Vereine bieten auch im allgemeine eine gute gegenseitige Kontrolle.


Die folgende Liste von Folien gibt eine Übersicht über die wesentlichen Aspekte der neuen LuftPersV und JAR-FCL. Sie versucht vor allem auch die neuen Möglichkeiten für die Flugausbildung in den Vereinen aufzuzeigen. Es ist eine Auswahl aus der PowerPoint Präsentation zur Implementierung der neuen LuftPersV und JAR-FCL.

  1. Titelfolie
  2. Begriffe und Definitionen
  3. Übersicht über die neuen Lizenzen
  4. PPL(A) gemäß JAR-FCL
  5. Nationaler PPL
  6. Segelfluglizenz
  7. Flugsportgerätelizenz
  8. Freiballone
  9. Lizenz nach §135 Abs 2 LuftPersV (ICAO Lizenz)
  10. PPL(A) Lizenzformular 
  11. Lizenformulare der nationalen Lizenzen
  12. Übersicht über die Wege zu den Lizenzen
  13. Einzelheiten zu einigen der möglichen Ausbildungswege
  14. Ausbildung im Verein zur JAR-FCL Lizenz
  15. Übersicht zur Umschreibung
  16. Umschreibung der  Lizenzen
  17. Umschreibung der Lehrberechtigungen
  18. Umschreibung und Verlängerung
  19. Verlängerung und Gültigkeit der neuen Lizenzen
  20. Einzelheiten zum Medical
  21. Gültigkeitsbedingungen der Segelfluglizenz
  22. Gültigkeitsbedingungen des Nationalen PPL
  23. Gültigkeit und Verlängerung des PPL(A) gemäß JAR-FCL und des ICAO Scheins
  24. Verlängerung der Lehrberechtigungen
  25. Übungsflug mit Fluglehrer
  26. Flugzeiten
  27. Erwerb, Verlängerung, Erleichterungen für nationalen PPL
  28. Lehrberechtigung für nationalen PPL
  29. Erwerb, Verlängerung, Erleichterungen Segelflugzeugführer
  30. Erwerb, Verlängerung, Erleichterungen Klassenberechtigung TMG
  31. Lehrberechtigung Segelflugzeugführer
  32. Erwerb, Verlängerung, Erleichterungen Ultraleichtflugzeugführer
  33. Erwerb, Verlängerung, Erleichterungen PPL(A) gemäß JAR-FCL
  34. Lehrberechtigung FI(A) JAR-FCL
  35. Außenlandeübung in der Segelflugausbildung
  36. Voraussetzungen für die CVFR Ausbildung
  37. Ausrüstung für die CVFR Ausbildung
  38. Praktische CVFR Ausbildung
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Frank-Peter Schmidt-Lademann
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